Seit 2004 führen wir Ausbildungsmaßnahmen mit jungen Inhaftierten in der Ausbildungsstätte der JVA Wriezen durch. Grundlage für die aktuellen Maßnahmen ist die Richtlinie des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz zur Förderung von beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen im Justizvollzug des Landes Brandenburg in der Förderperiode 2014 – 2020 vom 26.Januar 2015.

Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI)

Seit 01.02.2015 haben wir auf der Grundlage der Richtlinie des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg zur Förderung der Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI) vom 7. Oktober 2014 eine Anlauf- und Beratungsstelle in der JVA Wriezen eingerichtet.

Erstausbildung zur Herstellung von Chancengleichheit Inhaftierter beim Zugang zum Arbeitsmarkt nach der Entlassung

Junge Inhaftierte beginnen eine Erstausbildung im Vollzug oder setzen eine vor der Haft begonnene Ausbildung fort. Der Einstieg in die Maßnahmen ist lehrjahresübergreifend und variabel, das heißt, geeignete Inhaftierte können zu jedem Zeitpunkt in die Maßnahme einsteigen und Lehrlinge verschiedener Lehrjahre werden pro Gewerk gemeinsam ausgebildet. Leistungsunterschiede werden durch Binnendifferenzierung und durch Förderangebote ausgeglichen. Inhaftierte, deren Eignung für eine Lehrausbildung nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, werden über einen angemessenen Zeitraum erprobt. Wird ein Inhaftierter vor Ausbildungsende entlassen, wird er vom Maßnahmeträger dabei zu unterstützt, die Ausbildung unter Beteiligung von regionalen Sozialpartnern (Arbeitsagentur, regionale Vermittlungsstellen, Partnern des Projektverbundes Haftvermeidung durch soziale Integration) außerhalb des Vollzuges und außerhalb der für die berufliche Qualifizierung im Justizvollzug aufgebrachten ESF - Zuwendung fortzusetzen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Resozialisierung und Integration junger Haftentlassener in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt geleistet. Die Ausbildung erfolgt im Dualen System und endet für folgende Berufe mit der Prüfung vor der jeweiligen zuständigen Stelle:

  • Hochbaufacharbeiter
  • Hochbaufachwerker (Reha)
  • Tischler
  • Fachpraktiker für Holzverarbeitung (Reha)
  • Maler/Lackierer
  • Bauten- und Objektbeschichter
 

Maßnahmen zur beruflichen Förderung oder beruflichen Vorbereitung durch die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten in Verbindung mit schulischen und sozialen Alltagskompetenzen zur Herstellung, Erhaltung oder Erweiterung der beruflichen Vermittlungschancen von Inhaftierten nach der Haftentlassung (Vorberufliche Qualifizierung)

Inhaftierte erwerben praktische Fertigkeiten in einem oder mehreren Gewerken in enger Verknüpfung mit schulischen und sozialen Alltagskompetenzen zur Vorbereitung auf die Erfordernisse des Arbeitslebens. Die Maßnahmen beinhalten praktische und theoretische Qualifikationsanteile und werden für junge Inhaftierte berufsvorbereitend auf dem Niveau von Berufsvorbereitungskursen durchgeführt, wie sie nach dem Fachkonzept der Bundesagentur für Arbeit für leistungsberechtigte Inhaftierte angeboten werden.

argeFrankfurt

Diese Maßnahme (BVB) wird zusätzlich durch finanzielle Mittel der Bundesagentur für Arbeit, hier Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), gefördert und durch die Berufsberatung betreut.

In der Vorberuflichen Bildung bereiten wir die junge Inhaftierte in den Berufsfeldern: Bau, Farbe und Holz auf die Aufnahme einer Ausbildung vor, indem wir ihnen die Möglichkeit geben, ihre beruflichen Handlungskompetenzen zu verbessern, ihr Qualifikationsniveau zu erhöhen, eine Berufswahlentscheidung zu treffen und Schlüsselkompetenzen auszuprägen. 

Für 6 junge Inhaftierte werden durch die Vorberufliche Bildung Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt nach der Haftentlassung geschaffen. Damit wird zugleich ein wichtiger Beitrag für ihre Resozialisierung und Integration in die Gesellschaft geleistet. Die Maßnahme wird umgesetzt durch einen Ausbilder im Berufsfeld Gartenbau und Lehrern der Justizvollzugsanstalt. 

JVA01           JVA02

 


 „Bildungschance Haft"

Seit 01.05.2014 bot die Berliner Denkzeit-Gesellschaft im Rahmen der Förderung der Ausbildung in der JVA ein besonderes Bildungsangebot zum Thema "Bildungschance Haft" an. Es handelte sich um ein pädagogisches Modellprojekt zur Entwicklung der Beziehungskompetenz für Insassen, das Ausbildungsteam, den Allgemeinen Vollzugsdienst und den Sozialdienst zur Unterstützung der Insassen in Bildungsmaßnahmen. Gefördert wurde dieses Projekt durch das Ministerium der Justiz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Das Projekt endete am 31.03.2015. Weitere Informationen können dem folgenden Dokument entnommen werden: Bildungschance Haft (PDF)


Wohngruppenprojekt „Freiheit in Grenzen" im offenen Vollzug der JVA Wriezen

„Freiheit in Grenzen" bezieht sich auf ein pädagogisches Prinzip, in der entwicklungsförderliche und vorteilsbewusste Aspekte der Bildung und Erziehung im Vordergrund stehen. Faktoren gelingender Resozialisierung sind hier neben der beruflichen und sozialen Integration auch Persönlichkeitsbildung und mitmenschlicher Bezug. Ebenso tragen Trainingsprogramme und individuelles Coaching dazu bei, die Fähigkeit zu eigenverantwortlicher Lebensgestaltung zu stärken, u. a. durch positiv wirkende Elemente der Alltags- und Lebensgestaltung bezüglich Tagesstruktur, Freizeitgestaltung, Aufbau von Beziehungen und Eingehen von emotionalen Bindungen, die jeweils auch als Entlastungs- oder Schutzfaktoren wirken können. Für eine erfolgreiche Resozialisierung und eine Senkung der Rückfallwahrscheinlichkeit ist ein gezieltes Übergangsmanagement besonders in der Phase der Vorbereitung auf die Haftentlassung und in der Phase nach der Entlassung notwendig. Das Projekt endete am 31. Januar 2015.

Zeitungsberichte:

 

Die Maßnahmen/Projekte werden durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

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