Erstausbildung zur Herstellung von Chancengleichheit Inhaftierter beim Zugang zum Arbeitsmarkt nach der Entlassung

Junge Inhaftierte beginnen eine Erstausbildung im Vollzug oder setzen eine vor der Haft begonnene Ausbildung fort. Der Einstieg in die Maßnahmen ist lehrjahresübergreifend und variabel, das heißt, geeignete Inhaftierte können zu jedem Zeitpunkt in die Maßnahme einsteigen und Lehrlinge verschiedener Lehrjahre werden pro Gewerk gemeinsam ausgebildet. Leistungsunterschiede werden durch Binnendifferenzierung und durch Förderangebote ausgeglichen. Inhaftierte, deren Eignung für eine Lehrausbildung nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, werden über einen angemessenen Zeitraum erprobt. Wird ein Inhaftierter vor Ausbildungsende entlassen, wird er vom Maßnahmeträger dabei zu unterstützt, die Ausbildung unter Beteiligung von regionalen Sozialpartnern (Arbeitsagentur, regionale Vermittlungsstellen, Partnern des Projektverbundes Haftvermeidung durch soziale Integration) außerhalb des Vollzuges fortzusetzen. Damit wird ein wichtiger Beitrag für die Resozialisierung und Integration junger Haftentlassener in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt geleistet. Die Ausbildung erfolgt im Dualen System und endet für folgende Berufe mit der Prüfung vor der jeweiligen zuständigen Stelle:

  • Hochbaufacharbeiter
  • Hochbaufachwerker (Reha)
  • Tischler
  • Fachpraktiker für Holzverarbeitung (Reha)
  • Maler/Lackierer
  • Bauten- und Objektbeschichter
 
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Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen auf der Grundlage der §§ 51, 53 des SGB III (Bundesagentur für Arbeit) und einer Förderrichtlinie des Landes Brandenburg

In der BVB bereiten wir die junge Strafgefangenen in den Berufsfeldern: Bau, Farbe und Holz auf die Aufnahme einer Ausbildung vor. Für 6 junge Inhaftierte im Berufsfeld Gartenbau werden Voraussetzungen für die Integration in den Arbeitsmarkt nach der Haftentlassung geschaffen. Damit wird zugleich ein wichtiger Beitrag für ihre Resozialisierung und Integration in die Gesellschaft geleistet. Dieser Teil der Maßnahme wird in Kooperation mit den Lehrern der Justizvollzugsanstalt umgesetzt. 

Zu den wichtigsten Aufgaben der BVB gehört es,

  • den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen hinsichtlich einer möglichen Berufswahl zu überprüfen und zu bewerten, sich dadurch im Spektrum geeigneter Berufe zu orientieren und eine Berufswahlentscheidung zu treffen,
  • den Teilnehmern die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten für die Aufnahme einer beruflichen Erstausbildung oder - sofern dies (noch) nicht möglich ist - für die Aufnahme einer Beschäftigung zu vermitteln und
  • die Teilnehmer möglichst nachhaltig in den Ausbildungs- und/oder Arbeitsmarkt einzugliedern.

Aus den Zielsetzungen des Landes Brandenburg ergeben sich darüber hinaus folgende weitere Ziele: 

  • Minderung bzw. Beseitigung sozialer Defizite, des Umgangs, des Auftretens, der Kommunikation und des Verhaltens bei den Teilnehmern sowie
  • Vorbereitung der Teilnehmer auf die soziale Integration nach der Haftentlassung  

Diese Maßnahme (BVB) wird durch das Land Brandenburg und der Bundesagentur für Arbeit, hier Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), gefördert und durch die Berufsberatung betreut.argeFrankfurt

 

Haftvermeidung durch soziale Integration (HSI) - Anlauf- und Beratungsstelle in der JVA Wriezen (ABS)Logo-HSI.14

Die Maßnahmen der Anlauf- und Beratungsstellen richten sich an Straffällige innerhalb und außerhalb des Strafvollzugs, die nach der Haftentlassung keinem Bewährungshelfer unterstellt sind. Darüber hinaus richtet sich die Maßnahme auch an erwerbslose Haftentlassene und zu Bewährungsstrafen Verurteilte, die in Bezug auf Arbeit und Beschäftigung eine gezielte Hilfestellung benötigen und wünschen.

Aufgaben:

  • Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Zielgruppe durch stufenweise aufeinander aufbauende sowie individuell zugeschnittene Unterstützungs- und Fördermaßnahmen (Einzelberatung, Gruppenarbeit) im Rahmen der Entlassungsvorbereitung (ca. sechs bis neun Monate vor der Haftentlassung) und einer Nachbetreuung nach der Haftentlassung (bis zu einem Jahr, eine längere Nachbetreuung bis zu zwei Jahren ist in begründeten Einzelfällen möglich)
  • Feststellung, Verringerung und/oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen
  • Heranführung der Zielgruppe an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
  • Vermittlung der Zielgruppe in Maßnahmen der Berufsvorbereitung, in Praktika, in Berufsausbildung, in sozialversicherungspflichtige Arbeit oder geringfügige Beschäftigung oder Heranführung in eine selbstständige Tätigkeit unter Rückgriff auf vorhandene Beratungsstrukturen
  • Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme

Presseartikel: Erste Schritte in die Freiheit
HSI-Newsletter: April 2016

Kontakt:

Ralf Krautmann
Schulzendorfer Str. 1
16269 Wriezen
Telefon: 033456 154 412

Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Außerhalb der JVA bieten wir nach telefonischer Absprache für Strafentlassene Sprechzeiten in Bad Freienwalde, Am Weidendamm, an.

Soziale Einzelfallbetreuung im Übergangsmanagement

Ziel der Sozialen Einzelbetreuung (Ergänzungsangebot) ist das Nachsorge- und Stabilisierungsmanagement durch aufsuchende Arbeit im sozialen Empfangsraum des Haftentlassenen, vor allem in Orten, die von der JVA räumlich weit entfernt sind.

Um die Nachhaltigkeit des Integrationserfolges nach der Haftentlassung zu gewährleisten, erfolgt eine Nachbetreuung durch einen Coach, der regelmäßig Kontakt mit dem Entlassenen und dem Betrieb hält, um bei Problemen intervenieren zu können und beide weiter zu unterstützen. Es soll anhaltend verhindert werden, dass es nach der Vermittlung in Ausbildung bzw. Beschäftigung zu Abbrüchen kommt.

Auch bedarf der Entlassene Unterstützung in seinem Sozialraum durch den Coach, um sein soziales Umfeld zu stabilisieren. Zur Nachbetreuung gehören weiterhin:

  • Hilfen zur Bewältigung des Alltags, Entwicklung von Tagesstrukturen
  • Krisenintervention und Konfliktmanagement (Betrieb, Familie), Fallbesprechung mit relevanten Akteuren, Problemlage/Krisensituation herausarbeiten, Ursachen erforschen, Lösungsstrategie und Zielstellung erarbeiten, Einbeziehung externer Hilfen, Gesprächstermin zur Ergebnisanalyse vereinbaren
  • Stärkung der Motivation, Umgang mit Motivationsschwankungen, Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Unterstützung bei der Einhaltung der arbeitsvertraglichen Pflichten, regelmäßige Kontakte mit dem Arbeitgeber und dem Teilnehmer, um Probleme zeitnah wahrzunehmen und die Möglichkeit zur Intervention zu erhalten; dies gilt insbesondere bei Fehlzeiten und Verspätungen
  • Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Kontakt

Annette Schötz

Schulzendorfer Str. 1
16269 Wriezen
Telefon: 033456 154 404

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Modularisierte theoretische Unterweisung des Arbeitstrainings „Gebäudereinigung“ und fachliche Begleitung der praktischen Unterweisung in der JVA Wriezen

Die modulare theoretische Unterweisung umfasst wöchentlich 20 Stunden. Die Maßnahme teilt sich in 3 Module auf, die sich an der Ausbildungsordnung für Gebäudereiniger orientieren. Am Ende der Qualifizierung erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat. Sollte ein Teilnehmer vorzeitig die Maßnahme beenden, erhält er eine Teilnehmerbescheinigung über die durchgeführten Module. Die Lehrkraft begleitet die Teilnehmer in Abstimmung mit dem Anleiter während bestimmter Praxisanteile.

Modul 1

Auftragsübernahme, Planen und Vorbereiten von Arbeitsaufgaben (Theorie und Praxis in Modul 2 und 3)

Modul 2

Anwenden von Oberflächenbehandlungsmitteln und Unterhaltsreinigung

Modul 3

Reinigung und Pflege von Außenanlagen

Kontakt

Ulf Profè

Schulzendorfer Str. 1
16269 Wriezen
Telefon: 033456 154 412

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Die Maßnahmen/Projekte werden durch das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

 

Kontakt

Ansprechpartnerin:

Iris Gielow
Angermünder Chaussee 9
16225 Eberswalde
Tel: 03334/2022536
E-Mail: iris.gielow@bbv-eberswalde.de
 

 

MDJEV RGB

esfbrandenburg

EU Sozialfonds

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